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Warum die Flyers einen Top-Prospect nach Anaheim traden

2022 meinte das US-Talent noch, für die Flyers gemacht zu sein. Eineinhalb Jahre später sieht die Welt ganz anders aus.

Warum die Flyers einen Top-Prospect nach Anaheim traden Foto: © getty

Trades, in denen Spieler abgegeben werden, die nicht mehr für ihre Mannschaft spielen wollen, kommen immer wieder vor. Dass es sich dabei um einen im Draft gewählten Top-Prospect handelt, hat aber absolute Seltenheit.

Vor 23 Jahren erklärt der kommende NHL-Superstar Eric Lindros, niemals einen Vertrag bei den Quebec Nordiques zu unterschreiben. Das Vorgänger-Team von Colorado Avalanche entschied sich im Draft 1991 dennoch, den 18-jährigen Kanadier zu wählen. Der machte wiederum seine Ankündigungen wahr und wurde später an die Philadelphia Flyers abgegeben.

In der Nacht auf den heutigen Dienstag wiederholt sich die Geschichte, diesmal dreht es sich um Cutter Gauthier. Der 19-jährige Forward wurde von den Flyers im Draft 2022 an fünfter Stelle gezogen und wird nun zu den Ducks nach Anaheim geschickt, retour kommt der 21 Jahre alte Defender Jamie Drysdale sowie ein Zweitrunden-Pick 2025.

Der in Schweden geborene Gauthier holte vor wenigen Tagen U20-WM-Gold mit den USA, wurde nach zwölf Scorerpunkten aus sieben Spielen zum besten Stürmer des Turniers gewählt. Schon bei der A-WM 2023 in Tampere deutete der Winger sein immenses Potenzial an, erzielte dort sieben Tore und zwei Assists.

Gauthier ließ Flyers seit Monaten nicht an sich ran

Ebenfalls im vergangenen Mai signalisierte Gauthier erstmals, seine Zukunft nicht bei den Flyers zu sehen. Nach der Endrunde sagte der US-Angreifer für das Development Camp im Juli ab, Medienberichten zufolge hat Philadelphia-GM Daniel Briere daher bereits beim letzten Draft versucht, Gauthier gegen einen hohen Draftpick zu tauschen.

Unter anderem den Montreal Canadiens wurde der Top-Prospect angeboten, doch die Kanadier behielten ihre Wahl und entschieden sich daraufhin an fünfter Position für ÖEHV-Juwel David Reinbacher.

Vergangene Woche nahm Briere gemeinsam mit Flyers-Präsident Keith Jones sogar eine lange Reise zur U20-WM nach Göteborg auf sich, um sich mit Gauthier zusammenzusetzen und zu besprechen, wie er in die Zukunftspläne der Franchise passen würde - doch das Talent stellte die Verantwortlichen kalt, genauso wie in den Monaten zuvor.

Briere: "Er wollte ein Flyer sein"

Daher wurde es nun Zeit, sich vom Top-5-Pick des Drafts 2022 zu trennen. Briere erklärt: "Es hat sich lange angebahnt. Wir haben versucht, ihm Raum zu geben. Wir haben mehrmals versucht, mit ihm in Kontakt zu treten - doch seine Seite hat nicht mit uns kommuniziert."

"Irgendwann mussten wir also eine Entscheidung treffen. Wir dachten, nach der U20-WM sei dies der Zeitpunkt, an dem wir wahrscheinlich den höchsten Wert erzielen könnten", so der GM weiter.

Dass es soweit kommen würde, war vor eineinhalb Jahren gar nicht absehbar. "Er sah uns beim Draft an und sagte, dass er für die Flyers gemacht wurde, dass er ein Flyer sein wollte - und paar Monate später sagte er, dass er kein Flyer sein und nicht für uns spielen wollte", erzählt Briere.

Ein guter Deal für beide Seiten

Der glücklich ist, mit Drysdale einen hoffnungsvollen Defender erhalten zu haben. "Als wir seinen Namen hörten, waren wir wirklich begeistert. Die Chance, einen Spieler dieses Kalibers zu verpflichten, machte einfach Sinn."

Der junge Kanadier wurde von den Ducks im NHL-Draft 2020 an sechster Stelle gewählt, sammelte seitdem 45 Scorerpunkte (acht Tore, 37 Assists) aus 123 Spielen. Heuer hält Drysdale erst bei zehn Einsätzen (fünf Scorerpunkte), da er zwischen Oktober und Dezember wegen einer Unterkörperverletzung ausgefallen war.

Und in Anaheim freut man sich wiederum auf Gauthier. "Wenn ich mir die Organisation und die Tiefe unseres Systems anschaue, haben wir so einen Spieler nicht", sagt Ducks-GM Pat Verbeek. Es gibt bestimmte Zeiten, in denen man die Dinge umkrempeln will, aber das war nicht der Fall. Meiner Meinung nach war dies ein Fall der Notwendigkeit."


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