Die ausverkaufte Grazer Merkur Arena wird am Freitag (19:30 Uhr, LIVE-Ticker >>>) in der 24. Runde der ADMIRAL Bundesliga zum Druckkessel.
Sowohl Gastgeber und Titelverteidiger Sturm als auch das gastierende Rapid können sich Punkteverluste nicht leisten, zu viel steht für beide am Spiel. Sturm, zwei Punkte hinter Leader Austria gerutscht, hofft, den "Funken von der ersten Sekunde an auf das Publikum überspringen" zu lassen, Grün-Weiß will "ein anderes Gesicht" zeigen als zuletzt.
Säumel: "Jede Mannschaft hat Druck"
"Energie, Intensität, Präsenz und Aggressivität" sind für Sturm-Coach Jürgen Säumel jene Tugenden, die gegen Rapid Trumpf sein werden - in einem Schlager, der für den einstigen Sturm-Aktiven als "Prestigeduell" gilt.
Fast noch wichtiger sind freilich die Punkte, die es einzuheimsen gilt, um nicht den Anschluss an die Wiener Austria zu verlieren. Die muss ihrerseits freilich am Sonntag zuhause gegen Cupfinalist WAC erst das Aus im Cup-Halbfinale verarbeiten (Zum Spielbericht >>>). Jenen WAC, der Sturm zuletzt im Lavanttal ein 1:1 abtrotzte. "Wir wollten natürlich als Tabellenführer von Wolfsberg heimfahren. Aber es gibt noch viele Duelle, unser Spiel zu verbessern und kompakt zu agieren", meinte Säumel.
Die Sache mit dem Druck müsse man ohnehin ganz nüchtern sehen. "Jede Mannschaft, sowohl in der Meister- als auch in der Qualigruppe, hat Druck. Sturm hat in den vergangenen Jahren aber bewiesen, dass die Spieler mit Druck umzugehen wissen", betonte der Nachfolger von Christian Ilzer.
Seine Mannschaft sei jedenfalls gerüstet für das Kräftemessen mit den Hütteldorfern. "Rapid hat ein gutes Positionsspiel, gutes Kombinationsspiel, gute Einzelspieler. Wir haben im Training versucht, unsere Lösungen zu finden."
Rapid hat Nase im Saisonvergleich vorne
Im bisherigen Saisonvergleich hat Rapid mit einem 1:0-Heimsieg und dem 1:1 in Graz die Nase vorne, die Ergebnisse liegen allerdings bereits Monate zurück. Nach zuletzt vier Niederlagen in den sieben Frühjahrsspielen in der Liga droht man selbst, Rang drei aus den Augen zu verlieren und hofft auf den Befreiungsschlag.
Das jüngste Heim-0:2 gegen Salzburg vermochte die Stimmung kaum zu heben. "Wir haben Probleme, mit Rückschlägen während des Spiels umzugehen", konstatierte Trainer Robert Klauß. Gerade die zweite Hälfte machte ihm zu schaffen. "Es hat auch uns verwundert, es war eine Leistung, die wir nicht akzeptieren können", betonte der Deutsche. "Das war viel zu wenig von dem, was uns auszeichnet und was wir auch schon gezeigt haben."
Allen Beteiligten zu schaffen machen freilich nicht zuletzt diese Erwartungshaltungen, die im Herbst in lichte Höhen geschraubt wurden. "Wir dürfen nicht dahin schauen, sondern müssen schauen, wie wir wieder stabile Leistungen bringen", stellte Klauß klar.
Das Ziel sei es nun, "einfache Dinge" zu tun, "um uns Sicherheit zu holen. Wenn die Faktoren Zweikampfquote, Bereitschaft, Aufmerksamkeit gut da sind, dann schauen wir auch fußballerisch gut aus. Nur Fußballspielen reicht einfach nicht aus." Seine Truppe müsse den Kampf zu hundert Prozent annehmen. "Gegen einen sehr physischen Gegner werden viele Duelle entscheidend sein, in welche Richtung das Spiel kippt", prophezeite Klauß.