Der Prozess gegen 21 Anhänger des GAK, die nach einem Bundesliga-Spiel im letzten Sommer Jagd auf Sturm-Fans gemacht haben sollen, hat begonnen.
Rund 50 Fans des GAK sollen sich laut Anklage der Staatsanwaltschaft Graz damals gemeinsam vom Stadion auf den Weg in die Innenstadt gemacht haben, um dort Anhänger des Stadtrivalen Sturm zu suchen, die am selben Abend von einem Auswärtsspiel zurückgekehrt waren. Teils waren sie dabei vermummt, hatten Handschuhe und Zahnschutz dabei.
Auf 21 GAK-Fans wartet der Prozess >>>
Wie die "Krone" schreibt, soll die Gruppe am Dietrichsteinplatz auf drei Sturm-Fans getroffen sein, einer davon wurde bewusstlos geschlagen und von mehreren Personen getreten. Drei zufällig Anwesende wollten daraufhin fliehen, einer davon bekam eine Bierflasche ins Gesicht geworfen, in der Nähe wurde ein weiterer Mann vor einem Supermarkt zusammengeschlagen. Ein Unbeteiligter bekam einen Kopfstoß, als die Gruppe unterwegs zu einem Sturm-Vereinslokal war.
Der Vorwurf: Schwere gemeinschaftliche Gewalt
Für die Ereignisse dieses Abends stehen 21 Männer, sechs davon sind Fans eines befreundeten tschechischen Vereins, vor Gericht. Ihnen wird schwere gemeinschaftliche Gewalt vorgeworfen.
Die Männer sind zwischen 17 und 47 Jahre alt, haben verschiedene berufliche Hintergründe und kommen überwiegend aus der Steiermark. Darunter befinden sich auch Männer mit Vorstrafen oder abgesessenen Gefängnisstrafen.
"Keiner der heute Angeklagten hat nachweislich zugeschlagen. Aber: Sich in Gruppen zusammenzuschließen, um gezielt Körperverletzungen zu begehen, dafür gibt es den Tatbestand der schweren gemeinschaftlichen Gewalt", wird Staatsanwältin Ines Eichwalder in der "Krone" zitiert. Die Verhandlung soll ihrer Meinung nach auch "generalpräventive Wirkung" haben. "Es darf in einer Gesellschaft nicht toleriert werden, dass eine Schlägertruppe durch Graz zieht und wahllos Menschen attackiert", sagt sie.
Von den Verteidigern wird indes argumentiert, dass eine individuelle Schuld nicht zuweisbar sei. Weiters sei es normal, dass größere Gruppen sich nach Fußballspielen auf den Heimweg machen würden - eine wissentliche Zusammenrottung der Gruppe zum Zweck, Sturm-Fans zu verprügeln, wird von ihnen infrage gestellt.
Der Prozess ist für fünf Tage angesetzt, ein Urteil soll es bis Ende nächster Woche geben.