Während der TSV Hartberg eine Traum-Woche samt Cup-Finaleinzug und drei wichtigen Punkten im Kampf um den Bundesliga-Klassenerhalt hinter sich gebracht hat, ist die Stimmung bei der WSG Tirol nach der späten 1:3-Niederlage am Samstag (Spielbericht >>>) eine ganz andere.
"Ich bin sehr angefressen heute", erklärt WSG-Cheftrainer Philipp Semlic nach dem Qualifikationsgruppen-Spiel der 24. Runde bei "Sky". "Gar nicht über die Last-Minute-Niederlage, sondern über die erste Halbzeit", präzisiert er.
Der Auftritt seiner Mannschaft in der ersten Hälfte habe bereits viel kaputt gemacht, so der WSG-Hauptübungsleiter: "Wir waren nicht zweikampfstark, haben keine Intensität hineingebracht, sind richtig schlecht hineingestartet. Mit der Roten Karte hätte es dann nicht schlechter laufen können."
Zwei Rote Karten? "Da musst du klug sein!"
Denn Matthäus Taferner sah nach einem überharten Einsteigen in der 31. Minute die Rote Karte. Zwar glich Hartbergs Tobias Kainz in der 48. Minute mit Gelb-Rot aus, nach David Gugganigs Gelb-Rote Karte in der 63. Minute war die WSG Tirol jedoch wieder in Unterzahl.
"Da musst du klug sein und darfst nicht so ein Foul machen auf der Mittellinie", ärgert sich Semlic.
Nachdem Jonas David das Spiel in der 80. Minute per Weitschuss ausglich, flammte bei der WSG nochmal Hoffnung auf einen Punktgewinn auf, Elias Havel und Youba Diarra verpassten den Wattenern in der Nachspielzeit mit zwei Toren jedoch den erneuten Nackenschlag.
WSG: "Müssen uns alle hinterfragen"
"Gefühlt wäre es ein Sieg gewesen mit dem Unentschieden", findet WSG-Verteidiger David. Dass man nun mit leeren Händen dastehe, sei "sehr enttäuschend".
"Wenn man da nochmal den Fuß in die Tür kriegt mit dem 1:1, dann musst du das halten. Da müssen wir uns alle hinterfragen, dass wir da noch so ein spätes Tor kriegen. Das darf nicht passieren", ärgert sich auf David.
Schmid will nicht jammern
Zwar zeigte sich auch Hartberg-Coach Manfred Schmid nicht mit dem gesamten Auftritt seiner Mannschaft zufrieden, am Ende überwiege jedoch die Erleichterung über die erreichten drei Punkte.
"Es gibt heute nix zu jammern. Die Jungs haben am Mittwoch viel investiert, auch heute wieder viel investiert. Heute zählt nur der Sieg", so Schmid, der mit seiner Mannschaft Rang zwei in der Qualifikationsgruppe absichert.
Tabelle der Qualifikationsgruppe >>>
Hartberg: Die Richtung stimmt
Eine mehr als gelungene Woche, nachdem man am Mittwoch mit einem 1:0-Sieg bei der Wiener Austria den Einzug ins UNIQA ÖFB-Cup-Finale schaffte.
"Wir haben eine Österreich-Tournee hinter uns, die kürzer hätte sein können, aber nicht erfolgreicher. Wir haben jetzt zwei wichtige Spiele für uns entschieden", freut sich Schmid.
Mit diesem Kampfgeist sei auch in den kommenden Wochen noch viel drin, weiß auch Siegtorschütze Elias Havel: "Das war heute ein unglaubliches Spiel. Wir sind kurz geschwommen, aber haben bis zum Schluss gefightet und haben verdient gewonnen."