Die Gefahr eines Fehlstarts in die Meistergruppe abgewendet, der SK Sturm Graz thront - vorerst - wieder ganz oben.
Beim 2:0 über den SK Rapid schien viel von dem wieder da, was in Wolfsberg kurzzeitig verloren schien. Es war kein hochklassiger Auftritt, von beiden Mannschaften nicht - aber das Heimteam nahm den Kampf über weite Strecken spürbar besser an.
Das tut der Laune gut, das tut den Aussichten im engen Fight um die Titelverteidigung gut.
"Mir hat die Einstellung, die Bereitschaft und die Energie von der ersten Sekunde an sehr, sehr gut gefallen", zeigte sich Jürgen Säumel nach seiner persönlichen Trainer-Premiere gegen die Hütteldorfer sehr zufrieden.
"Ich habe der Mannschaft vor dem Spiel gesagt, dass es nicht viele schönere Spiele gibt, als Freitagabend in Liebenau gegen Rapid zu spielen. Einen dementsprechenden Auftritt haben sie hingelegt."
Zu-null-Bonus für "Flying Gregi"
Sturm wurde früh belohnt, ging unter kräftiger Mithilfe des Gegners durch William Böving in Führung. Danach schienen die drei Punkte lange nicht in Gefahr.
Ehe Rapid in der Schlussviertelstunde etwas aufkam, durch Jonas Auer auch noch eine dicke Gelegenheit zum Ausgleich vorfand. Vereitelt durch Gregory Wüthrich auf der Linie.
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"Normalerweise sagen sie 'Flying Dutchman', aber das war 'Flying Gregi'. Mein Zu-null-Bonus geht heute zu ihm", bedankte sich auch Kjell Scherpen für diese Rettungstat.
Nur ein Fallbeispiel dafür, wie die Grazer über den kollektiven Kampf zum Erfolg fanden. Die Aufopferung vor allem im defensiven Bereich kompensierte, dass spielerisch nicht das erhoffte Spitzenspiel herauskam.
Auch die Wechselspieler lieferten
So war es speziell die Reaktion auf Rapids Aufkommen in der Schlussphase, die Säumel zufriedenstellte.
"Das hat mir besonders aufgefallen, weil wir alles investiert haben, um die Führung zu verteidigen. Die Meistergruppe ist brutal eng, jedes Spiel kann in jeder Phase kippen und dass es welche gibt, in denen der Gegner aufkommt und Druck macht, das werden wir auch in Zukunft nicht vermeiden können", so der Sturm-Trainer.
Das sei unter dem Strich ein Gesicht, bei dem zu sehen war, "dass in einer engen Meistergruppe von Anfang an mit uns zu rechnen ist."
Und das nicht nur in der ersten Elf: "Von der Nummer eins bis zu den Einwechselspielern, die in einer schwierigen Phase reingekommen sind, haben alle einen Beitrag geleistet."
Ein gutes Spiel wird nicht reichen
Die richtige Reaktion auf das 1:1 in Wolfsberg, laut Dimitri Lavalée "keine gute Leistung."
Das habe der Belgier gegen einen "schwierigen Gegner, gegen den wir beide Spiele des Grunddurchgangs nicht gewinnen konnten", ganz anders gesehen: "Wir haben gesehen, dass das ganze Team füreinander gearbeitet hat. Wir haben ein echtes Team auf dem Platz gesehen."
Zum Dank gibt es etwas mehr Ruhe und Zuversicht für die nächsten Tage, auch wenn die Austria am Sonntag noch nachlegen könnte.
Deswegen wusste auch der Belgier: "Wir brauchen es nicht nur heute, sondern auch nächste Woche und in den spielen danach. Wenn wir eine Woche gut spielen und nicht die zweite und dritte auch, dann macht das keinen Sinn. Aber wir haben auch die Qualität dazu."