"Ich kann das noch nicht realisieren. Vielleicht zwei, drei Bier, dann kann ich drüber nachdenken", schüttelt Jürgen Heil den Kopf.
Die Busfahrt von Wien nach Hartberg könnte es in sich haben. Der TSV hat mit dem 1:0-Sieg bei der Austria den Einzug ins Cup-Finale fixiert.
Das Elektrolyt-Getränk Bier
"Wir werden das eine oder andere Bierli trinken, werden anstoßen. Aber wir werden schauen, dass wir nicht zu spät ins Bett kommen", verspricht der Hartberger Kapitän.
Trainer Manfred Schmid grinst: "Ich habe mal gehört, das soll ein Elektrolyt-Getränk sein..."
Nur noch ein Sieg gegen den Wolfsberger AC trennt die Steirer von ihrem ersten österreichischen Fußball-Titel. Das war so nicht zu erwarten. Oder wie es Donis Avdijaj ausdrückt: "Das ist ein absoluter Wahnsinn!"
"Unser Herz am Platz gelassen"
"Es ist ein sehr emotionaler Moment, es ist einfach ein Traum, mit diesem Klub ins Finale zu kommen", strahlt der Deutsche.
Die Gäste erwiesen sich in Wien-Favoriten für den FAK als unknackbarer Gegner. Dabei haben sie davor nur eines ihrer vergangenen sieben Pflichtspiele gewinnen können.
Es war auch ein Sieg des Willens. Goalie Raphael Sallinger meint: "Wir haben das mit einer unglaublichen Leidenschaft verteidigt. Wir haben unser Herz am Platz gelassen. Wir haben den Tabellenführer geschlagen, viel bessere Gegner werden nicht kommen."
"Mein Ziel war es, einmal in den Profi-Fußball zu kommen, in die 2. Liga. Jetzt stehe ich mit diesem Verein im Cup-Finale, das ist unglaublich."
Es ist eine Riesengeschichte für den kleinen Klub aus der Oststeiermark. Und auch für Kapitän Heil.
"Ich werde fast ein bisschen nostalgisch. Vor zehn Jahren bin ich mit 18 nach Hartberg gekommen, wir haben in der Regionalliga gespielt. Mein Ziel war es, einmal in den Profi-Fußball zu kommen, in die 2. Liga. Jetzt stehe ich mit diesem Verein im Cup-Finale, das ist unglaublich. Ich bin megastolz auf den Weg, den wir als Verein gegangen sind", sagt er.
Jetzt dürfen alle Hartberg-Fans sein

Man müsste ankündigen, dass der 1. Mai für ganz Hartberg ein Feiertag werde, wäre er das nicht sowieso für das ganze Land.
Wird die ganze Stadt nach Klagenfurt pilgern? "So viele Einwohner haben wir nicht. Ich glaube, mit den Hartberger Einwohnern, werden wir das Stadion nicht voll kriegen", lacht Heil. Genau gesagt gibt es 6.713 Hartberger.
Die konkrete Zahl weiß Avdijaj vielleicht nicht, die Größenordnung kann er aber sehr wohl einschätzen: "Wir sind nicht Austria, Sturm oder Rapid, wir haben nicht die sensationell große Fan-Community, aber es macht Spaß. Das, was da ist, ist für einen kleinen Ort wie Hartberg sensationell. Wenn du diesen Leuten so ein Glücksgefühl zaubern kannst... Das ist ein Spiel, das kennen die Leute in Hartberg nur aus dem Fernsehen, jetzt dürfen sie selbst dabei sein."
Sein Wunsch: "Ich hoffe, dass jeder Fußball-Fan, der ein bisschen zu uns steht, ins Stadion kommt, um uns anzufeuern. Vielleicht unterstützt uns ja auch der eine oder andere Fan von anderen steirischen Klubs."
Kein Urlaub in Kärnten
Denn jetzt wollen die Hartberger den ganz großen Coup.
"Es scheint gar nicht wahr zu sein, wir werden das erst in den nächsten Tagen realisieren. Aber unser Weg ist noch nicht zu Ende. Wir wollen den Pokal gewinnen. Wir fahren nicht nach Klagenfurt, um Urlaub zu machen", kündigt Trainer Manfred Schmid an.