Cup-Held - schon wieder!
Nikolas Polster ist eines der Gesichter des historischen Final-Einzugs des Wolfsberger AC im UNIQA ÖFB-Cup.
Der 22-Jährige parierte im Halbfinal-Elfmeterschießen gegen den LASK (Spielbericht>>>) den vierten Linzer Versuch durch Samuel Adeniran und öffnete damit die Tür nach Klagenfurt ganz weit.
Historischer WAC: "Jetzt holen wir das Finale auch noch">>>
Bereits im Achtelfinale gegen Austria Klagenfurt hielt Polster den entscheidenden Elfmeter, Jannik Robatsch scheiterte damals als zehnter Klagenfurter Schütze an ihm.
"Heute habe ich mir nicht so lange Zeit gelassen"
"Heute habe ich mir nicht ganz so lange Zeit gelassen, weil die Mannschaft mir gesagt hat: 'Wir sind schon müde, wir wollen nicht mehr schießen.' Dann machen wir es halt mit vier Schützen", sagt Polster - freilich mit Augenzwinkern.
Dazu passt seine Reaktion nach dem gehaltenen Elfmeter gegen Adeniran, als er sich mit stoischer Mine zwei Mal ganz lässig über jede Schulter wischte. Er habe dabei "nicht absichtlich probiert zu provozieren, man freut sich einfach, wenn man ins Cup-Finale kommt".
Ob auch ein wenig Genugtuung beim zwischen 2020 bis 2024 beim LASK engagierten Wiener, der ursprünglich aus der Jugend des SK Rapid kommt und erst im Vorsommer ins Lavanttal verkauft wurde, dabei war? "Es war schon speziell, aber Genugtuung ist, glaube ich, das falsche Wort."
Das steckt hinter den Elfmeter-Tänzchen
Dass Polster ein positiv Verrückter, wie sie oftmals unter Torhütern zu finden sind, ist, zeigt auch seine Herangehensweise beim Elfmeterschießen. Er stellte sich teilweise weit in eine Ecke des Tores, nur um kurz vor Ausführung in die Mitte zu gehen, sprang wie ein junger Hund auf und ab und wandelte haarscharf an der Grenze des Erlaubten, was seine Positionierung auf bzw. vor der Torlinie betrifft.
"Da geht es darum, ein bisschen zu verwirren. Es hat geholfen: Einer hat an die Stange geschossen, einen habe ich gehalten. Das hat schon gepasst", zwinkert Polster.
Polster eigentlich nicht der Cup-Goalie
Ob der ehemalige ÖFB-U21-Goalie am Mittwoch überhaupt in der WAC-Startelf stehen würde, war dabei bis kurz vor Anpfiff offen. Coach Dietmar Kühbauer ließ in der bisherigen Saison unterschiedliche Torhüter in Cup und Bundesliga spielen.
Polster war im Sommer zunächst nur die Nummer zwei im Lavanttal und durfte deshalb in der ersten Cup-Runde an. Relativ rasch schnappte er sich aber den Stammplatz von Lukas Gütlbauer, der fortan im Cup das Tor der "Wölfe" hütete.
Gütlbauer war ab der zweiten Runde bis zum Viertelfinale im Einsatz, verletzte sich allerdings während des Achtelfinales gegen Klagenfurt, was Polsters erste Heldentat ermöglichte.
Kühbauer fordert ÖFB-Team-Nominierung
"Umso näher es zum Finale geht, war für mich klar, dass der 'Nik' spielen muss. Das hat aber nichts mit 'Güti' zu tun", erklärt Kühbauer seine Entscheidung für Polster.
Die er freilich nicht bereute: "Elfmeterschießen ist oft Glückssache, aber wenn es heute an 'Nik' gelegen ist, bin ich nicht böse darüber."
Polster sei ein "unglaublich guter Torhüter. Er würde es sich längst schon verdienen, dass er im Team steht", hofft Kühbauer darauf, dass auch Teamchef ÖFB-Ralf Rangnick bald auf den WAC-Goalie aufmerksam wird.