60 lange Jahre.
So lange ist es her, dass die Anhänger des LASK letztmals über einen Titel jubeln durften. In der Saison 1964/65 gewannen die "Athletiker" das Double und damit ihre ersten und einzigen Trophäen im höchsten österreichischen Klubfußball.
Die Hoffnung im schwarz-weißen Linz war groß, dass diese titellose Durststrecke im Jubiläumsjahr des Doublesiegs endet - und sie wurde nicht erfüllt.
Der LASK scheiterte im Halbfinale des UNIQA ÖFB-Cups trotz langzeitiger Führung nach Elfmeterschießen am Wolfsberger AC (Spielbericht>>>) und wird als Qualifikationsgruppen-Teilnehmer auch in der Meisterschaft keinen Titel holen.
"Jetzt ist eine große Leere da", knirscht Kapitän Philipp Ziereis.
(Text wird unterhalb fortgesetzt)
Defensiv-Strategie ging (fast) auf
Dabei waren die Linzer in der Raiffeisen Arena so lange auf Final-Kurs. Schon nach fünf Minuten führte man dank eines Treffers von Max Entrup, danach stellte man sich hinten rein und ließ die Wolfsberger kommen.
Die Lavanttaler Gäste hatten zwar viel Ballbesitz, wussten lange Zeit aber wenig damit anzufangen. "Man hat eine LASK-Mannschaft gesehen, die sehr leidenschaftlich versucht hat, den Gegner zu kontrollieren. Das ist fast über die gesamte Spielzeit gelungen. Sie haben mehr Ballbesitz gehabt, aber wir haben es über die größte Zeit gut und sicher verteidigt", war Markus Schopp mit dem Auftritt seines Teams grundsätzlich zufrieden.
Der Steirer ließ den LASK diesmal in einem 3-4-3 gegen den Ball auflaufen, um die Systematik des Gegners zu spiegeln. Dieser Kniff funktionierte tatsächlich über weite Strecken gut, schaffte es der WAC bis auf eine Chance durch Markus Pink in Halbzeit zwei doch kaum einmal gefährlich aus dem Spiel in den gegnerischen Sechzehner.
"Ich hatte nie das Gefühl, dass uns heute wirklich was passieren kann. Auch die Standard-Situationen - wir wissen, wie gefährlich der WAC bei set pieces ist - waren größtenteils gut wegverteidigt. Umso bitterer ist es, dass wir in der 84. Minute, mit dem größten Personal am Platz, das wir zu Verfügung haben, bestraft werden", spricht Schopp den Ausgleichstreffer durch Chibuike Nwaiwu nach einem Omic-Freistoß an.
"Hätten uns heute das 1:0 nach 90 Minuten verdient gehabt"
Vorwerfen lassen müssen sich die Linzer, dass sie im eigenen Stadion quasi von Anpfiff an eine 1:0-Führung verwalten wollten und trotz einiger Umschaltmöglichkeiten kaum Chancen auf das 2:0 vorfanden sowie, dass sie in der Verlängerung trotz zweier Regenerationstage mehr körperlich keine Vorteile gegenüber den erschöpft wirkenden Lavanttalern aufweisen konnten.
Die Fitness war bereits im schwarz-weißen Horrorherbst ein Kritikpunkt Schopps, ein weiterer war die Einstellung am Platz, speziell was das Verteidigen des eigenen Tores angeht. Diese sei mittlerweile viel besser geworden.
Schopp dazu: "Das, was die Mannschaft im Herbst über viele Wochen nicht gehabt habt, nämlich wirklich leiden zu können gegen den Ball, kann sie jetzt. Das ist die Basis für gute Resultate."
Auch deshalb findet der 51-Jährige: "Wir hätten uns heute das 1:0 nach 90 Minuten verdient gehabt."
Schiri-Kritik: "Hameter ist Hameter"

Anders als oftmals im Herbst lobt Schopp seine Mannschaft trotz des Ausscheidens mehr, als er sie kritisiert. Umso deutlicher fällt seine Kritik an Schiedsrichter Markus Hameter aus.
Der niederösterreichische Referee traf am Mittwoch die ein oder andere Entscheidung, die die LASK-Anhänger, aber vor allem den Linzer Trainerstab zur Weißglut brachte.
Schopp sah genau wie sein Co Max Ritscher Gelb von der Bank aus, der bereits ausgewechselte Max Entrup schaffte es sogar, in einer Situation Gelb und Gelb-Rot für Kritik zu bekommen und wäre damit im Finale gesperrt gewesen.
"Hameter ist Hameter, jeder kennt den Schiedsrichter. Er hat heute wieder versucht, seine Linie durchzubringen. Keine Ahnung, was der Max zu ihm gesagt hat, aber es wird einen Grund dafür gegeben haben", so Schopp.
Seine eigene Gelbe Karte sei dadurch zustande gekommen, "weil ich dem vierten Offiziellen gefühlt hundert mal sagen muss, dass wir wechseln möchten. Keine Ahnung, warum es so lange gedauert hat".
Ziereis: "Es ist was am Entstehen"
Dem LASK bleibt nun nur mehr der Weg über das Europacup-Playoff der Bundesliga, um auch in der nächsten Saison europäisch vertreten zu sein. Schopp zeigt sich zumindest zuversichtlich, dass dieses Saisonziel noch erreicht werden kann:
"Ich habe das Gefühl, dass jetzt eine Mannschaft am Platz steht, die leiden, die auch schwierige Momente überstehen kann. Das ist die Basis, um an größere Dinge zu denken. Jetzt gilt, es das Cup-Aus abzuschütteln und den Kopf wieder frei zu kriegen."
Auch Kapitän Ziereis sieht eine gute Entwicklung: "Wenn man sich nur den Weg, den wir seit Winter eingeschlagen haben, ansieht, kann man durchaus positiv sein. Es ist was am Entstehen, es geht Stück für Stück bergauf und es gibt Rückschläge so wie heute. Aber das wird uns alles nicht umhauen."
Das Ziel der "Athletiker" sei es laut Schopp nun, "eine Mannschaft zu werden, die den Anspruch hat, in jedem Spiel als Sieger vom Platz zu gehen. Nicht nur in der Qualifikationsgruppe".
Ob der LASK diesem Anspruch gerecht werden kann, wird man nach dem bitteren, aber sicher nicht völlig unverdienten Cup-Aus am Mittwoch erst frühestens im Europacup-Playoff feststellen können.