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ÖFB-Startelf gegen Schweden: Mehr Luxus als Problem

In der ÖFB-Aufstellung gegen Schweden lassen sich Härtefälle kaum vermeiden. Ein besonders prominentes Mittelfeld-Quartett könnte erst zum 2. Mal auflaufen.

ÖFB-Startelf gegen Schweden: Mehr Luxus als Problem Foto: © GEPA

"Zum ersten Mal, seit ich Teamchef bin, ist es so, dass vor allem im Mittelfeld wirklich alle zur Verfügung stehen. Das ist ein Luxus-Problem", freut sich Ralf Rangnick.

Diese Qual der Wahl ist naturgemäß mehr Luxus als Problem.

Vor allem könnte das Timing schlechter sein, als ausgerechnet beim hoffentlich bereits vorentscheidenden Gastspiel in Schweden (20:45 Uhr im LIVE-Ticker) aus dem Vollen schöpfen zu können.

Auch in der Friends Arena dürfen logischerweise nur elf Spieler von Beginn an auflaufen. Das bedeutet: Es wird Härtefälle geben.

Quartett aus Laimer, Schlager, Seiwald und Sabitzer möglich

Bei den letzten Lehrgängen war stets zumindest eine oder mitunter auch mehrere Stammkräfte nicht in der Lage, von Beginn an zu spielen.

Zwei Beispiele: Im Juni musste Konrad Laimer verletzungsbedingt passen. Marcel Sabitzer konnte in den letzten drei Quali-Begegnungen ein Mal gar nicht mitmachen und zwei Mal nur eingewechselt werden.

Diesmal wäre jedoch theoretisch ein Gespann aus Laimer, Xaver Schlager, Nicolas Seiwald und Sabitzer möglich.

Dieses Mittelfeld-Quartett gab es in der Rangnick-Ära tatsächlich erst ein Mal von Beginn an, und zwar in der Nations League beim 1:1 gegen Frankreich - einer durchaus überzeugenden Leistung des Nationalteams.

Wer sind die Härtefälle?

Im Angriff wäre es überraschend, wenn Michael Gregoritsch nach vier Treffen in fünf Länderspielen 2023 auf die Bank müsste.

In Belgien stürmten die beiden Goalgetter Gregoritsch und Marko Arnautovic Seite an Seite.

Die Friends Arena garantiert für gute Stimmung
Foto: © GEPA

In diesem Szenario könnte Christoph Baumgartner einer der Härtefälle sein. Selbiges gilt für Patrick Wimmer, der bislang in allen vier EM-Qualifikations-Spielen in der Anfangsformation gestanden ist.

Wobei ein Bank-Platz für Rangnick nicht damit gleichzusetzen ist, dass man keine gewichtige Rolle spielen könnte.

Wieder ein "Gamechanger"?

"Uns erwartet ein Spiel, das nicht unbedingt schon in der ersten Halbzeit entschieden wird, sondern vielleicht erst nach der Pause. Deswegen bin ich froh, dass wir solche Möglichkeiten haben, auch von der Bank noch mal zu reagieren. Das war in den bisherigen Spielen nicht immer der Fall", so der Teamchef.

Im Hinspiel gegen die Skandinavier konnte der Deutsche mit Arnautovic, Sabitzer und dem viel zitierten "Gamechanger" Florian Grillitsch jedoch drei Hochkaräter in Sachen spielerischer Akzente "nachschießen".

Nicht auszuschließen, dass dieser Gedanke bei der Erstellung der Startelf eine Rolle spielt - vor allem, wenn weitere Aspekte hinzukommen.

So ist etwa mit Baumgartner der Doppelpack-Schütze des Hinspiels nach seiner Verletzung in der Vorbereitung vorerst noch skeptisch, dass es bereits für 90 Minuten reicht.

Baumgartner? "Wir werden sehen, wie ich mich entscheide"

Welche Auswirkung dies für seine Personalplanung hat, lässt Rangnick völlig offen.

Der Leipzig-Legionär sei dadurch zwar ein Kandidat, von der Bank zu kommen: "Aber er ist auch ein Kandidat, der eventuell von Anfang an spielen kann. Er ist einer der Spieler, die jetzt wieder zur Verfügung stehen. Er hat jetzt schon ein bisschen länger nicht mehr von Anfang an gespielt, aber gegen Moldau zumindest eine Halbzeit und zuvor wurde er in der Liga zwei Mal eingewechselt."

Nachsatz: "Aber ja, wir haben auch andere Optionen. Wir werden sehen, wie ich mich entscheide."

Arnautovic so oder so wertvoll

Ähnliches gilt auch für Arnautovic, der bislang in der Serie A für Inter stets von der Bank gekommen ist.

"Ich habe mich noch nicht entschieden, ob Marko von Beginn an spielt oder erst im Laufe des Spiels kommt. Ich weiß, wie er grundsätzlich denkt. Das haben Stürmer so an sich, dass sie lieber von Anfang an spielen wollen."

Ralf Rangnick

"Ich habe mich noch nicht entschieden, ob er von Beginn an spielt oder erst im Laufe des Spiels kommt. Ich weiß, wie er grundsätzlich denkt. Das haben Stürmer so an sich, dass sie lieber von Anfang an spielen wollen. Aber bis jetzt hat er bei Inter auch noch nicht von Beginn an gespielt. Er ist wertvoll und ein enorm wichtiger Spieler dieser Mannschaft - egal ob er von Anfang an spielt oder im Laufe der zweiten Halbzeit zum Einsatz kommt", bekundet Rangnick.

Man darf gespannt sein, für welche personelle Variante sich der ÖFB-Chefcoach schließlich entscheidet.

Wer spielt neben Alaba?

Dies gilt durchaus auch ein wenig für die Defensive.

Links in der Viererkette spricht viel für Maximilian Wöber, wobei er von Phillipp Mwene herausgefordert wird. Rechts ist im Normalfall Stefan Posch gesetzt. Für David Alaba gilt das im Abwehrzentrum sowieso.

Wer den zweiten Innenverteidiger-Job übernimmt, erscheint nicht entschieden. Philipp Lienhart hat im Juni-Lehrgang überzeugt, Kevin Danso zuletzt gegen Moldawien weniger. Nach der Pause zog der Teamchef Grillitsch zurück - mit Hintergedanken?

Im Tor wird Alexander Schlager stehen, das hatte Rangnick schon vor längerer Zeit angekündigt.

Rangnick: "Wir wissen, was wir tun müssen"

Welche Elf auch immer das Vertrauen geschenkt bekommt, Rangnick hofft auf eine erfolgreiche Umsetzung des Matchplans:

"Wir wissen, was wir tun müssen, um das Spiel hier erfolgreich zu bestreiten. Das ist für mich vollkommen klar, wie das aussehen muss."

Dies bedeutet konkret: "In erster Linie wird es darauf ankommen, wie wir agieren, wenn Schweden in Ballbesitz ist. Darüber haben wir uns in den letzten zwei Tagen intensiv ausgetauscht."

Die Frage sei nur, wer es besser auf den Platz bekommt: "Das ist ja immer das Schöne am Fußball. Vorher weiß keiner, wie es ausgeht."

Mögliche Aufstellungen:

Schweden: Olsen (Aston Villa/67 Länderspiele) - Wahlqvist (Pogon Stettin/10/0 Tore), Hien (Hellas Verona/7/0), Lindelöf (Manchester United/60/3), M. Olsson (Malmö/56/5) - Kulusevski (Tottenham/31/3), A. Ekdal (Spezia/67/0), Gustafson (BK Häcken/8/0), Forsberg (82/20) - Gyökeres (Sporting Lissabon/15/4), Isak (Newcastle United/41/10)

Ersatz: Nordfeldt (AIK Solna/17), Johansson (Rotherham United/0) - Lagerbielke (Celtic Glasgow/1/0), Starfelt (Celta Vigo/7/0), Sema (Watford/16/0), Holm (Spezia/3/0), Cajuste (Napoli/16/0), Kälström (Lech Posen/13/0), Rohden (Fatih Karagümrük/18/2), Claesson (FC Kopenhagen/70/14), Karlsson (Bologna/12/3), Quaison (Al-Ettifaq/48/14)

Es fehlen: K. Olsson, Augustinsson, H. Ekdal, Elanga (alle verletzt), Svanberg (privat)

Österreich: A. Schlager (Red Bull Salzburg/9) - Posch (Bologna/25/1), Lienhart (Freiburg/14/0), Alaba (Real Madrid/102/15), Wöber (Borussia Mönchengladbach/16/0) - Laimer (Bayern München/27/2), Seiwald (RB Leipzig/15/0), X. Schlager (RB Leipzig/36/3), Sabitzer (Borussia Dortmund/72/14) - Gregoritsch (Freiburg/48/11), Arnautovic (Inter Mailand/109/34)

Ersatz: Bachmann (Watford/14), Hedl (Rapid/1) - Mwene (Mainz/7/0), Ljubicic (1. FC Köln/9/1), Danso (Lens/14/0), Schnegg (Sturm Graz/1/0), Grillitsch (Hoffenheim/37/1), Kainz (1. FC Köln/25/1), Cham (Clermont Foot/1/0), Seidl (Rapid/0), Wimmer (Wolfsburg/5/0), Baumgartner (RB Leipzig/30/10), Onisiwo (Mainz/23/1)

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