Die 2020 verstorbene argentinische Fußball-Legende Diego Maradona hatte zum Todeszeitpunkt weder Drogen noch Alkohol im Blut.
Bei der Auswertung von Blut-, Urin- und Schleimhautproben seien weder Drogen wie Kokain, Marihuana, MDMA oder Ecstasy noch Alkohol nachgewiesen worden, sagte Gutachter Ezequiel Ventosi am Dienstag bei dem Prozess um Maradonas Tod in San Isidro.
Nachgewiesen worden seien dagegen fünf Substanzen, die zu einer Reihe von Medikamenten gehören, darunter Antidepressiva und Antiepileptika. Maradona hatte in seinem Leben immer wieder mit Alkohol- und Drogenproblemen zu kämpfen gehabt.
Eine andere Expertin sprach bei dem Prozess gegen das Ärzte- und Pflegeteam von Maradona wegen fahrlässiger Tötung von einer Reihe von Organschäden bei dem einstigen Fußball-Weltmeister. Demnach gab es Anzeichen für eine Leberzirrhose, eine Niereninsuffizienz, eine chronische Lungenerkrankung und eine Herzschwäche.
Prozess seit 11. März
Der derzeit laufende Prozess gegen Maradonas Ärzte- und Pflegeteam wegen fahrlässiger Tötung hatte am 11. März begonnen - mehr als vier Jahre nach dem Tod der argentinischen Fußball-Legende.
Die Staatsanwaltschaft hatte beim Prozessauftakt in San Isidro, einem Vorort der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, angekündigt, "solide" Beweise dafür vorzulegen, dass von den sieben Angeklagten niemand "getan hat, was er tun sollte". Maradonas letzte Lebenstage seien dadurch zu einem "Horror-Stück" geworden.
Maradona war am 25. November 2020 im Alter von 60 Jahren an einem Herzanfall und einem Lungenödem gestorben, nachdem er sich nach einer Hirn-OP nicht länger im Krankenhaus, sondern in einer angemieteten Wohnung in einer schicken Gegend nördlich von Buenos Aires hatte pflegen lassen.
Mausoleum geplant
Seinen dortigen Ärzten und Pflegern wird vorgeworfen, ihn mangelhaft betreut und damit seinen Tod in Kauf genommen zu haben. Bei einer Verurteilung drohen ihnen acht bis 25 Jahre Haft.
Maradona wird in Argentinien leidenschaftlich verehrt, sein Tod inmitten der Corona-Krise hatte in dem südamerikanischen Land sowie bei Fußball-Fans in aller Welt tiefe Trauer ausgelöst.
Die Fußball-Ikone soll dieses Jahr ein Mausoleum auf einem Tausend-Quadratmeter-Grundstück in Puerto Madero, einem Touristenviertel in Buenos Aires, erhalten.
Es wird damit gerechnet, dass jährlich bis zu eine Million Menschen die Gedenkstätte besuchen.