Oscar Piastri zeigt beim Grand Prix von China eine fehlerlose Leistung und feiert seinen ersten Saisonsieg (zum Rennbericht >>>).
Der Erfolg des McLaren-Piloten ist nie gefährdet. Er muss nur aufgrund seines einzigen Boxenstopps die Führung kurzzeitig an Alex Albon (9.) im Williams abtreten. Bei der Zieldurchfahrt funkt der Australier an sein Team: "Mega, mega gute Arbeit. Danke."
Augenblicke nach dem Verlassen des MCL39 sagt Piastri: "Es war ein unglaubliches Wochenende, von Anfang bis Ende. Das Auto war die ganze Zeit über mega."
Noch beim Saisonauftakt im verregneten Albert Park von Melbourne musste der McLaren-Star, der auf Podestkurs gewesen ist, eine bittere Pille schlucken. Nach gleich zwei Fahrfehlern im Schlussteil der Strecke fiel er aus den Top Ten, zeitweise gar aus der Führungsrunde.
Piastri will nach China-Sieg mehr
Weil sich die Ereignisse in "Down Under" aber überschlugen und er dadurch eine Art "zweite Chance" erhalten hatte, sammelte er als Neunter immerhin zwei Zähler. "Ich habe das Gefühl, dass ich das nach letzter Woche verdient habe", sagt Piastri rückblickend auf das Australien-Rennen.
Der 23-Jährige, der beim Grand Prix von Japan (6. April) seinen 24. Geburtstag feiern wird, hat nach dem Erfolgsmoment in Shanghai Blut geleckt. Auf die Frage, ob er sich selbst als einen Anwärter auf den WM-Titel sieht, sagt er: "Das hoffe ich."
Teamkollege Norris, der sich in der Schlussphase zu einem zweiten Platz zitterte, gesteht, wie "beängstigend" das Bremsproblem am McLaren gewesen ist. "Es ist mein schlimmster Albtraum. Wenn ich einen habe, dann sind es die Bremsen, die versagen."
Der Brite, der weiterhin als WM-Leader hält, gesteht, neben dem technischen Problem auch aufgrund des immer näher heranrückenden George Russell (3.) "ein bisschen Angst" um seine Endposition gehabt zu haben, aber: "Wir haben überlebt und es bis zum Ende geschafft".
"Würde nicht von Dominanz reden"
Auch wenn Piastri und Norris einen Doppelsieg auf dem Shanghai International Circuit feierten, will Teamchef Andrea Stella gegenüber "Sky" nichts von Wörtern wie "Dominanz" wissen.
Der Italiener, der seit zehn Jahren für die Wokinger tätig ist, sagt: "Ich würde nicht von Dominanz reden. (Piastri, Anm.) hat zwar die Pole-Position geholt, aber (es standen nicht beide Autos, Anm.) in der ersten Startreihe."
Außerdem sei der Abstand zur Konkurrenz "nicht zu groß" gewesen, man sei im Rennen sogar "nervös" gewesen, ob die harten Reifen bis zum Ende in Runde 56 durchhalten würden. Zusätzlich habe man sich um das Bremsproblem kümmern müssen, der China-GP sei daher alles andere als "langweilig" gewesen.