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Marko: Lawson-Engagement "nicht die richtige Entscheidung"

Der Red-Bull-Motorsportberater äußert sich zum viel diskutierten Fahrertausch und der Unzufriedenheit von Superstar Max Verstappen.

Marko: Lawson-Engagement Foto: © GEPA

Red Bull Racing sorgt in der Formel 1 einmal mehr für Gesprächsstoff. 

Nach nur zwei Rennen muss der 23-jährige Liam Lawson sein Cockpit im Spitzenteam räumen und wird durch den Japaner Yuki Tsunoda ersetzt. Auch wenn eine Fahrerrochade zwischen Haupt- und Zweierteam bei Red Bull kein Novum darstellt, erscheint vor allem der frühe Zeitpunkt in der Saison für viele Fans und Experten äußerst verwunderlich.

Bei wichtigen Personalfragen hat in der Regel die Meinung von Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko Gewicht. Der 81-Jährige gibt im Interview mit der "Kleinen Zeitung" einen Einblick in die Geschehnisse der vergangenen Tage:

Für Newey war Tsunoda "ein rotes Tuch"

Marko räumt bei der Fahrerentscheidung in der Vorsaison einen Fehler ein, der nun sehr rasch ausgebessert wurde. Lawsons starker Einstand ab dem Grand Prix in Texas hätte für den Neuseeländer gesprochen: "Er ist gekommen und hat sofort geliefert, egal wie groß der Druck war. Im Nachhinein war es aber nicht die richtige Entscheidung", gibt der Österreicher klipp und klar zu.

Auf der anderen Seite hätte Tsunodas Image als unkonstanter und fehleranfälliger Fahrer zur Wahl pro Lawson ausgeschlagen. Gerade das Rennen in Mexiko, als die Entscheidungsphase laut Marko begann, bestätigte diesen Eindruck:

"Dort fuhr Tsunoda einmal Pierre Gasly ins Auto, Teile der Autos auf der Strecke beschädigten in der Folge den Unterboden des Autos von Verstappen, der dadurch das Rennen verloren hat", so der 81-Jährige.

"Adrian Newey war damals fuchsteufelswild. Für ihn war Yuki ab diesem Zeitpunkt ein rotes Tuch", führt Marko weiter aus.

Marko bestätigt Unmut bei Verstappen

Mit stumpfen Waffen scheiterte Verstappen in Mexiko am Ende eher an seinen eigenen Fehlern und wurde nach harten Verteidigungsmanövern mit zwei separaten 10-Sekunden-Strafen bedacht, die ihm mindestens zwei weitere Positionen kosteten. 

Ebenso stand der Abgang Neweys zu Aston Martin zu diesem Zeitpunkt bereits fest. Wie sehr tatsächlich auf die Meinung des Star-Designers gehört wurde, lässt Marko offen.

Letztendlich habe sich Tsunoda den Aufstieg selbst erarbeitet und verdient: "Er ist stark aus der Winterpause gekommen und hat zwei tolle Rennen abgeliefert. Yuki hat das Management gewechselt, ist einfach erwachsen geworden – und viel Selbstbewusstsein hat er sowieso."

Verstappen soll den Fahrerwechsel nicht gut aufgenommen haben. Auch diese Meldung bestätigt Marko, um daraufhin klar an den Entscheidung festzuhalten:

"Er war nicht einverstanden, weil er immer wieder gesagt hat, dass das Auto einfach so schwer zu fahren ist. Das ist seine Meinung und das ist auch gut so. Unser Ziel ist aber der fünfte WM-Titel und da brauchst du einen zweiten Fahrer, der strategisch in dem Bereich des Feldes ist, der dir etwas bringt und der anderen Fahrern Punkte wegschnappt. Du kannst nicht als ein Ein-Mann-Team Weltmeister werden."


Talente-Friedhof Red Bull Racing

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