Miami Dolphins (AFC East)
Bei den Miami Dolphins hat man so gut wie alles auf Null gesetzt: Neuer General Manager (Jon-Eric Sullivan), neuer Head Coach (Jeff Hafley), neue Playcaller auf beiden Seiten des Balles, auch der Roster wurde komplett umgekrempelt – und wirkt in einigen Positionsgruppen stark unterbesetzt, was die Qualität angeht. Es ist ein Rebuild. Malik Willis wurde von Sullivan und Hafley aus Green Bay mitgenommen und darf die Dolphins heuer als Starting-Quarterback anführen, hat bis auf De‘Von Achane aber keine nennenswerte Unterstützung. Es wird eine harte Saison für Miami.
Arizona Cardinals (NFC West)
Ich habe keine großen Erwartungen an die Cardinals in dieser Saison. Mike LaFleur, Bruder von Packers-Head-Coach Matt LaFleur, ist der neue Cheftrainer, muss sich bei seiner ersten Head-Coach-Station jedoch auf Anhieb mit der schwerstmöglichen Division herumschlagen. Jacoby Brissett ist ein unterdurchschnittlicher Starting-QB, zwar hat er einige spannende Skill-Position-Player um sich herum, am Ende des Tages denke ich jedoch, dass es den Cardinals einfach an Qualität fehlt, um mit den viel besseren Divisiongegnern (Seahawks, Rams, 49ers) mithalten zu können.
Las Vegas Raiders (AFC West)
Mit Fernando Mendoza (1st-Overall-Pick) haben die Raiders in diesem Jahr den Quarterback der Zukunft gedraftet. Zum Saisonstart wird allerdings QB-Routinier Kirk Cousins das Schiff steuern – die Frage ist nur wie lange. Klint Kubiak, vergangene Saison noch Offensive Coordinator von Super-Bowl-Champion Seattle, ist der neue Head Coach und wird die Entscheidung treffen, wann Mendoza seine Chance erhält. Playoffs darf man in Saison eins mit dieser Konstellation freilich nicht erwarten – auch wenn die Raiders heuer einen Roster haben, der zumindest besser aufgestellt scheint als in der Vorsaison.
New York Jets (AFC East)
Aaron Glenn geht vermutlich in eine "Make or Break"-Saison als Head Coach. Geht auch diese Saison in die Hose, darf er sich vermutlich einen neuen Job suchen – zu desolat präsentierten sich die Jets in seiner bisher einzigen Saison im Amt vergangenes Jahr. Mit Geno Smith hat man einen erfahrenen Quarterback geholt, der seine zweite Chance in New York bekommt, nachdem er 2013 von den Jets gedraftet wurde – seine vergangene Saison in Las Vegas war jedoch alles andere als gut. Bäume wird man mit ihm wohl keine ausreißen. Die Defense hat ein paar gute Namen, aber wird es genug sein, um den nötigen Entwicklungssprung zu machen? Ich bin eher pessimistisch.
Cleveland Browns (AFC North)
Deshaun Watson den Starting-Quarterback-Job zu geben, muss man nicht verstehen. Shedeur Sanders mag vielleicht kein Megatalent sein, aber zumindest hat er noch etwas Entwicklungspotenzial. Gerade mit dieser neuen, jungen Skill-Position-Group und der neu zusammengestellten O-Line hätte ich Sanders gerne in Action gesehen – aber wer weiß, vermutlich bekommt er im Laufe der Saison ohnehin die Möglichkeit dazu. Der bessere Mannschaftsteil der Browns sollte aber ohnedies die Defense sein, die auch ohne Myles Garrett richtig gut besetzt ist. Bleibt nur die Frage, wie sich die Coaches in Jahr eins anstellen. Mit Todd Monken ist nämlich auch in Cleveland ein neuer Head Coach am Start.
Atlanta Falcons (NFC South)
Dass es die Falcons als bislang einziges Team nicht zustande gebracht haben, einen Starting-Quarterback zu nennen, ist bezeichnend. Die Auswahl ist mit den verletzungsanfälligen Michael Penix Jr. und Tua Tagovailoa auch nicht unbedingt rosig. Spieler wie Bijan Robinson oder Drake London sind die Zugpferde der Falcons, die mit Kevin Stefanski einen neuen Head Coach haben, ansonsten ist nicht viel Neues dazugekommen – eher weggebrochen. Right Tackle Kaleb McGary ist zurückgetreten, Jalon Walker fällt die gesamte Saison verletzt aus und First-Round-Pick James Pierce wurde für acht Spiele gesperrt. Die Zuversicht war vermutlich schon mal größer in Atlanta.
Tennessee Titans (AFC South)
Cam Ward, der erste Pick des 2025-Drafts, hat vergangene Saison ein paar gute Ansätze gezeigt. Die Voraussetzungen stehen gut, dass heuer vielleicht sogar der nächste Entwicklungsschritt möglich ist: Robert Saleh ist der neue Head Coach (und Defensive Playcaller) in Tennessee und hat Ex-Giants-HC Brian Daboll als neuen Offensive Coordinator mitgebracht – Erfahrung, von der Ward profitieren sollte. Auch der Receiver-Room wurde vielversprechend aufgestockt, unter anderem mit Top-4-Pick Carnell Tate. Der Defense sollte mit der Verpflichtung von Saleh auf jeden Fall ein Schritt vorwärts zuzutrauen sein. Geht die Entwicklung in die Richtung, die ich mir vorstelle, schließe ich selbst einen Playoff-Push nicht aus.
Carolina Panthers (NFC South)
Die Panthers haben vergangene Saison die Playoffs erreicht – darauf können sie stolz sein. Insbesondere, nachdem es das erste Mal seit zehn Jahren war. Geschafft haben sie das allerdings in der schlechten Division der NFL und mit einem Losing-Record. Die Hoffnung, dass der nächste Entwicklungsschritt gelingt, ist auch aufgrund der vielen Verletzungen gedämpft. Speziell die Offensive-Line hat viel einstecken müssen und geht stark ersatzgeschwächt in die neue Saison. Kann man den Quarterback nicht adäquat beschützen, ist das normalerweise nicht gut für die Aussichten des gesamten Teams.
New Orleans Saints (NFC South)
Die Saints konnten die vergangene Saison mit einem positiven Gefühl beenden – doch haben sie genug, um den nächsten Entwicklungsschritt zu machen? Quarterback Tyler Shough muss erst mal zeigen, wie er sich über eine ganze Saison hinweg schlägt. Dass Erstrunden-Pick Jordyn Tyson die Saison auf IR beginnt, ist nicht förderlich. Auf Defense-Seite müssen die Saints mit dem verfrühten Saisonaus von Bryan Bresee zurechtkommen. Halte ich es für ausgeschlossen, dass die Saints ihren Trend fortsetzen und in der schwachen NFC South die Playoffs erreichen? Nein. Aber ich rechne auch nicht damit.
New York Giants (NFC East)
Der namhafteste Neuzugang der Giants in diesem Jahr ist der Head Coach: Jon Harbaugh, jahrelang Cheftrainer der Baltimore Ravens, hat sich den Giants angeschlossen. Das alleine lässt einen schon etwas positiver über die New York Giants denken. Die "Culture" von einem Moment auf den anderen umzudrehen, ist jedoch kein leichtes Unterfangen. Der Roster ist jedenfalls mit vielen spannenden Talenten gespickt, wie Abdul Carter, Arvell Reese, Cam Skattebo oder Quarterback Jaxson Dart, dessen riskanter Mit-dem-Kopf-Voraus-Spielstil "Boom or Bust"-Potenzial birgt. Die Playoffs kommen heuer vermutlich noch zu früh, spannend ist das Projekt aber allemal.
Washington Commanders (NFC East)
Glaubt man daran, dass Jayden Daniels gesund bleibt, dann ist bestimmt einiges möglich für die Commanders in dieser Saison. Aber es ist ein Fragezeichen. Der Quarterback verpasste vergangenes Jahr mehr als die Hälfte der Regular Season verletzt. Auch heuer ist die Ausgangsbasis nicht ideal, nachdem sich Left Tackle Laremy Tunsil den Trizeps gerissen hat und länger ausfallen wird. Interessant wird auch sein, wie sich Dan Quinns Defense präsentieren wird, die vergangene Spielzeit die meisten Yards der gesamten Liga zugelassen hat. Potenzial ist da, aber ich habe meine Zweifel, ob es die Commanders ausschöpfen können.
Pittsburgh Steelers (AFC North)
In Pittsburgh ist mit dem Abschied von Head Coach Mike Tomlin eine Ära zu Ende gegangen – und mit ihm hat sich auch die Sicherheit verabschiedet, dass die Steelers keinen Losing-Record haben werden. Mit Mike McCarthy hat man zwar einen neuen Cheftrainer geholt, der ähnlich erfahren ist, dennoch sind die Karten komplett neu gemischt. Die Reunion mit Quarterback Aaron Rodgers ist zwar eine interessante Geschichte, große Taten kann man sich von Rodgers in seiner letzten Saison aber nicht erwarten. Grundsätzlich sollte der Roster schon genügend hergeben, um wieder um die Playoffs mitkämpfen zu können – aber mal sehen.
Indianapolis Colts (AFC South)
Die Colts haben vergangene Saison über weite Strecken einen richtig guten Eindruck hinterlassen und waren voll im Rennen um die Playoffs – zumindest bis sich Quarterback Daniel Jones so schwer verletzt hat. Fragen, ob es Jones schafft, seine guten Leistungen stabil über eine ganze Saison abzurufen, zogen sich jedoch durch die gesamte letzte Spielzeit, und werden auch heuer ständiger Begleiter sein. Die großen Verstärkungen blieben zwar aus, die gute O-Line um Bernhard Raimann und das Laufspiel sollten aber weiterhin der große Trumpf der Colts sein. Die Playoffs sind heuer bestimmt nicht unmöglich, die Division ist allerdings nicht leichter geworden.
Tampa Bay Buccaneers (NFC South)
Mit Mike Evans und Lavonte David haben zwei Franchise-Legenden die Buccaneers verlassen, und auch Baker Mayfields Vertragssituation bleibt ungelöst, dennoch sind die Vibes ziemlich positiv in Tampa. Mayfield geht voll motiviert in die Saison, und zwar mit der Intention, den Bucs zu beweisen, dass er einen neuen Vertrag mehr als verdient hat. Mit Zac Robinson hat er einen neuen Offensive Coordinator (den 11. seiner NFL-Karriere). Große Hoffnungen werden vor allem in die verbesserte Defense gesteckt, wo Rookie Rueben Bain Jr. das Problem "Edge Rusher" lösen soll. Gelingt dies, sollte zumindest der Gewinn der NFC South aufgelegt sein.
Cincinnati Bengals (AFC North)
Die Defense der Cincinnati Bengals war furchtbar in den vergangenen Jahren. Die Bemühungen, dieses Problem zu lösen, waren auf jeden Fall da: Star-Defensive-Tackle Dexter Lawrence war den Bengals einen Erstrundenpick wert. Zudem wurde die Verteidigung um ein paar andere interessante Namen verstärkt. Das Prunkstück der Bengals ist und bleibt natürlich die Offense rund um Joe Burrow, dem ein bisschen mehr Entlastung durch das Running-Game und die O-Line jedoch guttun würde. Schafft es Cincinnati, mehr Ausgewogenheit zu zeigen, und Burrow aufrecht zu halten, sollte wenig gegen eine Playoff-Rückkehr sprechen.
Minnesota Vikings (NFC North)
Die Vikings haben mit Kyler Murray einen neuen Quarterback – im Vergleich zu J.J. McCarthy auf jeden Fall ein Upgrade. Und dass das System von Head Coach Kevin O’Connell ziemlich Quarterback-freundlich ist, wissen wir nicht erst seit gestern. Ich erwarte also einen Sprung nach vorne bei den Vikings. Mit Justin Jefferson haben sie noch immer den vielleicht besten Wide Receiver der NFL und mit Brian Flores einen der besten Defensive Playcaller – es würde mich nicht überraschen, wenn Minnesota heuer wieder ein ernstes Wörtchen um den NFC-North-Titel mitredet.
Dallas Cowboys (NFC East)
Die Cowboys hatten vergangene Saison eine der besten Offenses der NFL, aber auch eine der schlechtesten Defenses. Während die Offense im Großen und Ganzen gleich geblieben ist im Vergleich zur Vorsaison, hat man versucht, der Defense neues Leben einzuhauchen. Christian Parker ist der neue Defensive Coordinator. Hinzu kommen einige Verstärkungen wie Rashan Gary oder Erstrundenpick Caleb Downs. Die Defense sollte heuer zumindest Durchschnitt sein. Aber das reicht vielleicht auch schon, um die Cowboys zurück in die Playoffs zu bringen.
Jacksonville Jaguars (AFC South)
Die Jaguars waren eine der Überraschungen in der vergangenen Saison: Mit der Verpflichtung von Liam Coen als Head Coach hat man in Jacksonville einiges richtig gemacht. Beide Seiten des Balles zeigten sich stark verbessert. Viel wurde zwar nicht nachgeschärft beim Roster, aber das ist vielleicht auch gar nicht notwendig – schlecht hat das Ganze vergangene Spielzeit ja nicht ausgesehen. Ich erwarte die Jaguars auch heuer mitten im Kampf um die Playoffs.
Houston Texans (AFC South)
Die Defense der Texans ist fantastisch. Sie war im Vorjahr fantastisch und ich gehe auch davon aus, dass sie in dieser Saison fantastisch sein wird. Das große Fragezeichen bleibt die Offense. Man muss der Realität ins Auge blicken: C.J. Stroud hat nach seiner Rookie-Saison nicht mehr viel gezeigt. Er wäre nicht der erste Quarterback, der trotz eines vielversprechenden Karriere-Starts scheitert. Heuer könnte sich jedoch die Chance für den Turnaround bieten: Die Offensive Line wurde endlich gescheit aufgebessert und David Montgomery sollte für ein stabiles Laufspiel sorgen. Bringt Houston die Offense nur halbwegs auf Vordermann, könnte dieses Team echt gefährlich werden.
Kansas City Chiefs (AFC West)
Die Chiefs haben im vergangenen Jahr geschwächelt. Aber war es eine Ausnahme, oder der Beginn einer längeren Krise? Patrick Mahomes hat sich gegen Ende der letzten Saison auch noch verletzt – auch hier wird die Frage sein, ob er es schaffen wird, sofort wieder an seine Leistungsgrenze zu gehen. Die großen Moves auf Offense-Seite hat es nicht gegeben. Kenneth Walker als neuer Running Back ist ein Upgrade, die O-Line und der Receiver-Room sind aber nicht unbedingt besser geworden. Auf der anderen Seite steht die Secondary auf neuen Beinen. Das kann gut gehen, muss es aber nicht.
Green Bay Packers (NFC North)
Die Packers müssen zum Saisonstart ohne ihren besten Spieler auskommen: Micah Parsons. Der Edge Rusher wird Green Bay mindestens bis Oktober fehlen. Die vergangene Saison hat gezeigt, dass die Packers mit Parsons zum erweiterten Kreis der Super-Bowl-Anwärter zählen - und ohne ihn vermutlich eine Klasse schlechter sind. Jonathan Gannon ist der neue Defensive Coordinator - es wird an ihm liegen, auch ohne Parsons das Schiff stabil zu halten. Gleiches gilt natürlich für Jordan Love, der jedoch ohne Running Back Josh Jacobs auskommen muss – wie lange? Wer weiß. Entscheidend wird sein, wie unbeschadet es Green Bay durch die erste Saisonphase schafft. Gelingt dies, könnten sie im zweiten Teil der Regular Season richtig gefährlich werden.
Detroit Lions (NFC North)
Nicht nur die Chiefs haben die Playoffs in der vergangenen Saison verpasst, sondern auch die Lions. Allerdings bin ich der Meinung, dass das Gesamtgerüst der Lions auf etwas stabileren Beinen steht. Ich habe vollstes Vertrauen in Head Coach Dan Campbell und seine "Culture", dass Detroit in dieser Saison wieder eine große Rolle spielen wird. Die Offense um Quarterback Jared Goff wird einen explosiven Football zeigen, da bin ich mir relativ sicher. Und die Defense wird zumindest solide sein. Als größten Unsicherheitsfaktor sehe ich die NFC North selbst, die wieder mal kaum vorherzusagen scheint.
Chicago Bears (NFC North)
Chicago stand vergangene Saison sensationell im NFC Championship Game. Auf dem Weg dorthin gewannen die Bears viele Spiele, die gegen Ende des letzten Viertels auf Messers Schneide waren. Das beweist zwar zum einen, dass Quarterback Caleb Williams ein Sieger-Typ ist und das "Clutch"-Gen besitzt, allerdings auch, dass viele dieser Partien gut und gerne auch in die andere Richtung hätten kippen können. Und speziell in einer engen Division wie der NFC North machen ein, zwei Siege einen enormen Unterschied aus. Alles, was ich von Ben Johnsons Bears möchte, ist, dass sie mir beweisen, dass die Saison kein One-Hit-Wonder war.
Los Angeles Chargers (AFC West)
Ist heuer das Jahr gekommen, in dem Justin Herbert endlich ein Playoff-Spiel gewinnt? Vielleicht. Mit Ex-Dolphins-HC Mike McDaniel wurde ein neuer Offensive Coordinator an Bord geholt, der zwei gesunde Offensive Tackle (Was?!) zur Verfügung haben scheint in dieser Saison. Mit Joe Alt und Rashawn Slater hat L.A. definitiv eines der besten Duos der Liga. Die Gesundheit der O-Line war eines der Hauptthemen der Chargers in der vergangenen Saison. Mit Tyler Biadasz hat der Center leider bereits w.o. geben müssen, schafft man es jedoch halbwegs verletzungsfrei durch die Saison, könnte es ein gutes Jahr werden für Herbert und Co.
San Francisco 49ers (NFC West)
Die 49ers scheinen rechtzeitig vor dem Saisonstart fit zu werden. George Kittle, Nick Bosa, Neuerwerbung Mike Evans sollten allesamt einsatzfähig sein für Week 1. Es wären wichtige Nachrichten für die Niners, die die letzten Jahre immer wieder von Verletzungen von Schlüsselspielern zurückgeworfen wurden. Und selbst dann haben sie performt – wie letzte Saison. Zwar ist Defensive Coordinator Robert Saleh weg, dieser wurde jedoch mit Raheem Morris, einem anderen fähigen Playcaller, ersetzt. Ich glaube, San Francisco hat die Einzelspieler und die Coaches, um um Platz eins in der NFC West mitzuspielen – aber die Konkurrenz ist bekanntlich bärenstark.
Buffalo Bills (AFC East)
Der Erfolg in Buffalo steht und fällt mit Josh Allen. Was die O-Line und das Laufspiel von James Cook angeht, hat Allen in der Vorsaison bereits eine Menge Unterstützung erhalten – nun wurde ihm mit DJ Moore auch noch ein neuer Nummer-1-Receiver zur Seite gestellt, der die gesamte Offense nochmal ein bisschen aufwerten sollte. Das Fragezeichen ist die Defense. Joe Brady wurde vom Offensive Coordinator zum Head Coach befördert, was aber auch bedeutet, dass Sean McDermott weg ist. An seiner Stelle ist nun Jim Leonhard für die Defense verantwortlich, die letztes Jahr eine der schlechtesten Run-Defenses der Liga war. Es wird eine klare Verbesserung brauchen, wenn man den ersehnten Schritt Richtung Super Bowl machen möchte.
Baltimore Ravens (AFC North)
Nachdem die 18-jährige Amtszeit von John Harbaugh in diesem Jahr ein Ende fand, wurde mit Jesse Minter ein neuer Head Coach in Baltimore vorgestellt. Der ehemalige Chargers-Defensive-Coordinator hat die Aufgabe, die vergangene Saison nicht immer sattelfeste Defense wieder auf Vordermann zu bringen, und hat mit Trey Hendrickson auch einen neuen Starspieler dazugewonnen. Wenn es die Ravens wieder in einen Super Bowl schaffen wollen, dann aber nur auf den Schultern von Lamar Jackson. Der QB-Star hat ein paar neue Offensive-Linemen vor sich – wenn fit, sollte jedoch wenig gegen eine erfolgreiche Ravens-Saison sprechen.
New England Patriots (AFC East)
Die Patriots waren die Sensation der vergangenen Saison. Ihr Lauf wurde erst im Super Bowl gestoppt. Mike Vrabel hat einen Roster, dem man es auf den ersten Blick nicht wirklich zutraute, zu einem Contender geschliffen. Und auch wenn man heuer einige wichtige Spieler verloren hat, bin ich überzeugt davon, dass die neue "Culture" unter Vrabel stabil genug ist, dass sich New England auf einem Top-Level halten wird können. Und überhaupt: Vielleicht ist die Offense sogar stärker als in der Vorsaison. Nicht nur die O-Line wurde aufgewertet, sondern mit A.J. Brown hat Drake Maye nun auch endlich einen wahren Elite-Receiver als Anspielstation.
Philadelphia Eagles (NFC East)
Vom Team, das A.J. Brown nun hat zu jenem, das ihn abgegeben hat. Ja, die Eagles haben ihren besten Receiver verloren – und seltsamerweise ist es vielleicht sogar was Gutes. Mit Brown hat sich nämlich auch das Drama verabschiedet, das er immer wieder in die Medien trug. Der Roster sollte gut genug sein, um seinen Abgang zu kompensieren – sowohl auf Offense als auch auf Defense-Seite ist Philadelphia mit Stars gespickt. Eine große Verantwortung wird auf Sean Mannion, den neuen Offensive Coordinator, zukommen. Denn wenn eine Position versagt hat in der vergangenen Saison, dann war das sein Vorgänger.
Denver Broncos (AFC West)
Es war vielleicht nicht immer schön anzusehen, was die Broncos-Offense in der vergangenen Saison zeigte – und doch bin ich davon überzeugt, dass sie es in die Super Bowl geschafft hätten, wenn sich Bo Nix nicht vor dem AFC Championship Game verletzt hätte. Und wer weiß, was in der Super Bowl möglich gewesen wäre? Die Defense der Broncos war und wird auch heuer eine der besten der Liga sein – auch wenn John Franklin-Myers und Jonathan Cooper abgehen werden. Viel wird davon abhängen, wie sich die Offense präsentieren wird – und diese hat mit Jaylen Waddle eine neue "Waffe" im Arsenal, sowie eine der besten O-Lines der Liga.
Seattle Seahawks (NFC West)
Die Seahawks sind der amtierende Super-Bowl-Champion, dennoch wurden sie vor dem Saisonstart von einem Divisionsrivalen überholt (zumindest auf dem Papier - meinem Papier) – dazu gleich mehr. Recht viel Grund zur Unruhe gibt es jedoch nicht in Seattle. Ja, man hat Offensive Coordinator Klint Kubiak und Super-Bowl-MVP Kenneth Walker verloren, im Großen und Ganzen hat es Seattle jedoch geschafft, so gut wie alle Schlüsselakteure in die neue Saison mitzunehmen. Man darf also abermals eine dominante Defense erwarten. Ob es wieder gelingt, die Division zu gewinnen, wird zu einem großen Teil davon abhängen, ob Sam Darnold sein Level aus der Vorsaison halten – oder vielleicht sogar übertreffen – kann.
Los Angeles Rams (NFC West)
Kein anderes Team war in dieser Offseason aggressiver am Werk als die Los Angeles Rams. Das Team, das über weite Strecken der vergangenen Saison bereits wie das beste Team der NFL aussah und mit Matthew Stafford den regierenden League-MVP stellt, hat auf der anderen Seite des Balles nochmal gehörig draufgepackt: Mit Myles Garrett hat man für den vielleicht besten Defender der gesamten NFL getradet. Schon davor hat man einen Erstrundenpick aufgegeben, um Top-Cornerback Trent McDuffie aus Kansas City zu holen. Und zum Drüberstreuen wurde auch noch Aaron Donald, der vielleicht beste Defensive Tackle der NFL-Geschichte, aus dem Ruhestand zurückgeholt. Eine Anhäufung von Superstars führt nicht zwangsläufig zu Super-Bowl-Titeln – aus der Favoritenrolle kann sich in Los Angeles jedoch keiner mehr reden.