Die am Wochenende vom Salzburger Tischtennis-Landesverband für die auf 30. März vorgezogene ÖTTV-Vorstandswahl eingebrachte Liste dürfte Schönheitsfehler haben.
Laut Information des österreichischen Verbandes (ÖTTV) vom Mittwoch stehen auf der von Ex-Verteidigungs- und -Sportminister Norbert Darabos (SP) angeführten Liste drei Personen, von denen die Einwilligung dafür fehlt. Es sind dies die aktuellen ÖTTV-Funktionäre Conrad Miller, Mathias Neuwirth und Günther Renner.
"Ich habe nicht zugesagt, auf der Liste von Norbert Darabos zu kandidieren. Ich finde es - gelinde gesagt - irritierend, dass ich vom bereits eingereichten Wahlvorschlag aus den Medien erfahren habe", wurde Miller, ÖTTV-Vizepräsident Finanzen, zitiert.
"Auch hat mich Herr Darabos vor Veröffentlichung des Wahlvorschlages nicht ein einziges Mal kontaktiert." Er sei motiviert, mit dem bestehenden Team wieder in seiner derzeitigen Funktion zu kandidieren und die finanzielle Sanierung des Verbandes voranzutreiben.
"Wurde von niemandem gefragt"
Renner merkte ebenfalls an, von seiner Nominierung aus den Medien erfahren zu haben.
"Ich möchte an dieser Stelle mit Nachdruck betonen, dass ich von niemandem gefragt wurde bzw. meine Zustimmung gegeben habe", führte der Bundesliga-Vorsitzende aus.
"Ich habe meine Bereitschaft bekundet, mit den aktuellen Entscheidungsträgern auch in Zukunft Verantwortung übernehmen zu wollen. Dazu stehe ich." Das Fehlen der Zusage treffe auch auf Neuwirth zu, vom aktuellen ÖTTV-Generalsekretär gibt es keine Stellungnahme.
Wahlvorschlag vom aktuellen ÖTTV-Vorstand zu erwarten
Auf der von Darabos angeführten Liste ist Liu Jia für den Posten der Sportdirektorin und Vizepräsidentin Sport vorgesehen. Zudem wurde am Dienstag publik, dass Ex-Weltmeister Werner Schlager als Berater von Darabos fungieren soll.
Ein Wahlvorschlag ist auch vom derzeitigen ÖTTV-Vorstand zu erwarten. Dieser tagt am Donnerstag, die Frist für die Einreichung endet an diesem Samstag, 1. März.
Gegen ÖTTV-Präsident Wolfgang Gotschke und ÖTTV-Sportdirektor Stefan Fegerl waren im Vorjahr Vorwürfe hinsichtlich psychischer Gewalt und Vernachlässigung von Spielern und Betreuern öffentlich geworden. Beide hatten das kategorisch zurückgewiesen. Nichtsdestotrotz hatte der Konflikt zu massiven Bruchlinien im Verband geführt.
Am 28. Jänner schließlich beschloss der ÖTTV-Vorstand die Ansetzung der vorgezogenen Generalversammlung mit Wahlen für 30. März.