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Sinner fehlt, Alcaraz-Comeback: Nächste Chance für Zverev

Der Deutsche ist bei einem Major erstmals topgesetzt. Titelverteidigerin Aryna Sabalenka schwächelte zuletzt: Neue Nummer 1? - ÖTV mit vier Frauen vertreten

Sinner fehlt, Alcaraz-Comeback: Nächste Chance für Zverev Foto: © IMAGO / PRESSE SPORTS
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Kaum kehrt Carlos Alcaraz nach über vier Monaten Pause nach einer Handgelenksverletzung zurück, muss Jannik Sinner passen.

So wird das Männer-Tennis zum dritten Mal en suite bei einem Major nun auch bei den US Open um das Duell der Topspieler gebracht. Topgesetzt ist plötzlich Alexander Zverev, der bei den French Open endlich seinen Fluch abgelegt hat und den ersten Major-Titel geholt hat. Sinner war da mit Hitzekollaps in Runde zwei ausgeschieden, Alcaraz nicht am Start.

Der Spanier ist Titelverteidiger in Flushing Meadows, wo mit 108 Mio. Dollar erstmals eine dreistellige Gesamtpreissumme ausgeschüttet wird. Doch so überlegen Alcaraz im Vorjahr mit nur einem Satzverlust im Endspiel gegen Sinner zum Titel gestürmt war, so unklar ist seine aktuelle Verfassung.

Der 23-jährige Spanier verpasste seit seinem Aus im April die Majors in Paris und London sowie mehrere 1000er-Events. In Topverfassung wäre er klarer Favorit auf Majortitel Nummer acht.

Sinner-Rückkehr offen

Sinner zog sich eine Verletzung im rechten Knie zu und hatte auch schon die 1000er-Events in Montreal und Cincinnati absagen müssen. Sein bisher letztes Match auf der Tour war der Finalsieg gegen Alexander Zverev in Wimbledon.

Der Deutsche kann im New Yorker Stadtteil Queens erst im Finale auf Alcaraz treffen und erspart sich auch Novak Djokovic, der in die Hälfte des Spaniers gelost wurde. Sinner muss aus der Ferne zuschauen, der Vorjahresfinalist wird nach New York aber fix die Nummer eins bleiben. Wann der Südtiroler wieder auf die Tour zurückkehrt, ist aktuell offen.

Für Zverev ist es die zweite Riesenchance, noch in diesem Jahr gleich den zweiten Grand-Slam-Titel zu schaffen. Und im Arthur Ashe Stadium das nachzuholen, was er vor sechs Jahren im Finale gegen Dominic Thiem trotz einer 2:0-Satzführung ausgelassen hatte. Doch natürlich ist das Feld auch sonst offener, auch für den 39-jährigen Novak Djokovic.

Ob der Serbe den Traum vom 25. Rekord-Major-Titel noch holen kann, entscheidet nicht nur die Konkurrenz, sondern auch sein Körper. Ansonsten darf man den US-Amerikanern wie Ben Shelton oder Ex-Finalist Taylor Fritz vor eigenen Fans einiges zutrauen.

Frauen-Feld offen - Verliert Sabalenka Tennisthron?

Auch bei den Frauen ist die Titelverteidigerin und in dem Fall auch Nummer eins der Welt nicht zwingend die Topfavoritin. Denn nach dem Finale bei den Australian Open sowie dem "Sunshine Double" in Indian Wells und Miami, erreichte sie kein Endspiel mehr. Die Weltranglisten-Erste aus Belarus scheiterte in Roland Garros im Viertel- und in Wimbledon schon im Achtelfinale.

Bei den 1000er-Events in Toronto und Cincinnati verlor sie ebenfalls schon in der Runde der letzten 16. Will sie den Meilenstein "100 Wochen en suite auf Platz eins" erreichen, muss Sabalenka aber ihren dritten US-Open-Titel in Folge schaffen.

Ihr schärfste Herausforderin, Australian-Open-Siegerin Elena Rybakina, musste zuletzt in Cincinnati aber am linken Bein verletzt aufgeben. Sie könnte aber sogar neue Nummer 1 werden, wenn sie gar kein Match spielt. Dies aber nur, wenn Sabalenka, Jessica Pegula und Cincinnati-Gewinnerin Coco Gauff nicht den Titel holen.

Erreicht Rybakina das Semifinale, ist sie fix ganz oben. Für die Ex-Siegerinnen Gauff und Pegula könnte ein Titelgewinn in New York den erstmaligen Sprung auf Platz eins bedeuten - wenn Rybakina vor dem Semifinale verliert. Nicht außer Acht lassen darf man auch Toronto-Siegerin Iga Swiatek.

ÖTV vorerst mit Quintett vertreten

Gleich vier Frauen vertreten Österreich dieses Jahr in New York im Einzel. Angeführt von der gesetzten Anastasia Potapova, die allerdings zuletzt in Monterrey wegen Rückenproblemen nicht angetreten ist, feiern die 18-jährige Lilli Tagger und die sechs Jahre ältere Sinja Kraus ihr Debüt im 128er-Tableau in Flushing Meadows.

Im letzten Moment die Qualifikation erspart hat sich nach Absagen auch Julia Grabher. Die 30-jährige Vorarlbergerin steht zum zweiten Mal nach 2024 (Erstrunden-Aus) in der "main draw" der US Open.

Bei den Männern stand vor dem Ende der Qualifikation nur Filip Misolic als Fixstarter fest. Der 25-jährige Steirer, der am gleichen Tag wie Roger Federer Geburtstag hat (8.8.), hatte Mitte Februar bei einem Challenger in Lille aufgegeben.

Misolic zog sich eine Ruptur der Plantarfaszie in der rechten Fußsohle zu und kehrt mit "geschütztem Ranking" nach über sechs Monaten auf die Tour zurück. Anfang August trainierte er wie schon zuvor einige Mal wieder mit Tennis-Legende Novak Djokovic in Montenegro.

Weitere saftige Preisgelderhöhung: erstmals dreistellig

Nicht weniger als 20 Prozent wurden auf das Preisgeld aufgeschlagen. Nicht zuletzt unter dem Eindruck der Unzufriedenheit und Boykottgerüchte wegen der aus Spielersicht zu geringen Beteiligung hat man die Gesamtdotation von 90 auf 108 Mio. Dollar angehoben. Die Siegerin und der Sieger erhalten nun bereits 5,5 Mio. Dollar brutto, eine Erstrunden-Niederlage ist satte 140.000 Dollar wert.

Mit von der Partie sind auch zwei große Entertainer des Sports, die in New York dank Wildcard ihren Abschied feiern: Gael Monfils und Stan Wawrinka. Letzterer erhielt die "Freikarte" allerdings erst nach einem Shitstorm seiner Fans im Internet und einer Absage eines US-Amerikaners, dessen Wildcard Wawrinka erhielt.

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