Das Comeback von Anna Veith wird noch auf sich warten lassen. Die nächsten sechs Wochen steht ein Krafttrainingsblock an, frühestens Dezember geht es wieder auf Ski.
"Ich habe gemerkt, dass ich noch zu wenig Kraft habe, den Druck aufzubringen, den ich fürs Rennfahren brauche", sagt der Ski-Star im Rahmen eines Medientermins in Sölden.
Einen genauen Zeitpunkt kann die 27-Jährige nicht nennen. Auf Nachfrage spekuliert sie mit voller Fitness bei der Weltmeisterschaft, die im Februar stattfinden wird.
"Mit einer Weltcupkugel wird es schwierig, wenn man Rennen auslässt. Wenn es irgendwo weit entfernte Ziele gibt, dann ist die WM der Zeitpunkt, wo ich mir wünschen würde, wieder wirklich fit zu sein. Ich kann das schwer sagen. Ich kann es nur probieren und der Körper sagt mir dann, ob es geht oder nicht."
"Es geht nicht in zwei, drei Tagen"
Verglichen mit dem Stand vor ihrer Verletzung fehlen drei Kilo. "Das ist relativ viel. Aber worauf es ankommt, ist, was im Muskel drinnen ist und wie ich ihn einsetzen kann."
Aktuelles Problem ist nicht die Heilung des Knies, denn da laufe alles plangemäß, sondern dass sie im Sommer Reha und kein Krafttraining gemacht habe.
"Ich habe versucht, die Kraft übers Skifahren aufzubauen, das ist mir nicht gelungen. Übers Skifahren kann ich den Umfang nicht machen, den ich in der Kraftkammer mache. Das war nun eine Entscheidung im Team, es geht darum, was das Wichtigste für die Zukunft ist. Man muss langfristig denken."
Wann genau es soweit sein wird, ist schwierig abzuschätzen: "Muskelaufbau geht nicht in zwei, drei Tagen, deswegen mache ich noch einmal ein paar Wochen Konditraining und Krafttraining. Dann muss ich schauen, ob das für eine Rennbelastung reicht", kann sie keinen Zeitpunkt für das Comeback nennen.
Enttäuschung, aber Realismus
Nach den Übersee-Stationen in Killington (USA) und Lake Louise (CAN), bei denen sie damit mit Sicherheit fehlen wird, stehen ab 10. Dezember vor dem Jahreswechsel noch die Rennen in Sestriere (ITA), Val d'Isere (FRA), Courchevel (FRA) und Semmering auf dem Programm.
Die Enttäuschung ist Veith deutlich anzumerken, sie ist aber Realistin.
"Ich würde lieber früher fahren, aber das bringt die Verletzung mit sich. Die Prognose im Vorhinein war, dass es ein Jahr dauert, und das ist schon sehr kurz. Es gibt auch Fälle, wo es zwei Jahre dauert, das kann man bei so einer schweren Verletzung nie sagen. Ich weiß, dass ich alles getan habe, dass so schnell wie möglich geht, aber im Moment soll es nicht anders sein."