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Tschofenig gegen Hörl: "Wird spannend bis zum Ende"

Daniel Tschofenig nimmt 114 Punkte Vorsprung auf seinen Teamkollegen Jan Hörl ins letzte Wochenende mit. Ein ÖSV-Septett überstand die Qualifikation sicher.

Tschofenig gegen Hörl: Foto: © GEPA

Weltcup-Leader Daniel Tschofenig geht auf der Flugschanze von Planica mit einem komfortablen Vorsprung von 114 Punkten auf Jan Hörl in die zwei letzten Einzelbewerbe der Skisprung-Saison.

Der besonders um den Jahreswechsel und bis Anfang Februar überragende Tschofenig schwächelt seit der WM zwar etwas, aber auch Hörl gelangen seither nur wenige Big Points. Beide schafften am Donnerstag in der windbedingt fast zwei Stunden langen Qualifikation locker den Sprung in die Top 40.

Tschofenig gelang das mit einem 215,5-m-Flug als Zehntem, Hörl mit 206 m als 15. Bester aus dem angetretenen ÖSV-Septett war Stefan Kraft, der Weltrekordler wurde mit 225 m Achter.

Ebenfalls sicher qualifiziert haben sich Manuel Fettner (17./212), Maximilian Ortner (18./210,5), Stephan Embacher (25./211,5) und zum Auftakt seines letzten Karriere-Wochenendes Michael Hayböck (29./189,5). Unerwartet gab es einen dreifachen deutschen Quali-Erfolg, und zwar durch Andreas Wellinger (227), Pius Paschke (226) und Markus Eisenbichler (238,5-Höchstweite).

Tschofenig: "Wird spannendes Duell bis zum Ende"

"Ich bin sehr froh, ich habe lange oben warten müssen", meinte Tschofenig nach erfolgreich absolviertem Flug im ORF-Gespräch. Sorgen habe er sich wegen des Windes aber nicht gemacht: "Ich weiß, ich bin ein stabiler Springer. Ob der Wind da ist oder nicht, ist mir relativ egal."

Der Kärntner hat von daheim über die Grenze eine Anfahrtszeit von nur 20 Minuten nach Planica, dem Zweikampf mit Hörl um die große Kugel fiebert er entgegen. "Es wird ein spannendes Duell werden, bis zum Ende. Er hat ein gutes Potenzial, ich habe ein gutes Potenzial."

Generell im Aufwind sind die flugstarken Slowenen um Domen Prevc, das Weltmeister-Team von Trondheim. Prevc (224,5) wurde Quali-Vierter, sein ihn im Flug-Weltcup verfolgender Landsmann Timi Zajc (220,5) Siebenter.

Die in diesem Winter zu mehreren Rekordmarken gesegelten ÖSV-Adler wollen beim schon 36. Weltcup-Ausklang in Planica jedenfalls dagegenhalten. Allen voran der zuletzt in Lahti zweitplatzierte Kraft.

Für Vierschanzen-Tournee-Champion Tschofenig und Vizeweltmeister Hörl wäre der 15. ÖSV-Weltcup-Gesamtsieg die persönliche Premiere. Die jüngsten drei seit Gregor Schlierenzauer 2013 hatte jeweils Kraft (2017, 2020, 2024) geholt.

Da dieser fix Gesamtdritter ist, haben die Österreicher den ersten Dreifachsieg einer Nation in der Weltcupgeschichte fix. Nicht einmal die Chance auf eine Tages-Platzierung haben die Norweger. Von vier haben drei die Qualifikation sportlich verpasst, Isak Andreas Langmo wurde drei Wochen nach dem WM-Skandal wegen des Anzugs disqualifiziert.

ÖSV-Equipe mit Chance auf Punkterekorde

Die Nationenwertung geht zum bereits vierten Mal in Folge an die Truppe von ÖSV-Chefcoach Andreas Widhölzl. Der Vorsprung der Österreicher auf Deutschland beträgt primär dank ihres Rekordes von bisher 42 Einzel-Podestplätzen bei aktuell 7.623 Punkten 3.681 Zähler.

Noch möglich sind der seit der vergangenen Saison bei 8.149 Zählern stehende Punkterekord wie auch der Rekordvorsprung eines Ersten auf den Zweiten (2009/10 Österreich 3.741 Punkte vor Norwegen).

Zusätzlich zu den zwei Einzeln findet in Planica am Samstag ein Teambewerb statt. Die im Saisonverlauf zwölf Mal erfolgreichen Österreicher warten seit 9. Februar bzw. sechs Weltcupbewerben plus zwei WM-Konkurrenzen auf einen Sieg.

Außenseiterchancen auf die Flugwertung wiederum hat hinter Prevc und Zajc der 95 Punkte hinter Prevc rangierende Wellinger. Hörl fehlen als Sechstem 166 Zähler.

Planica ist durchaus ein guter Boden für die ÖSV-Athleten. An der Stätte des Weltrekords von Andreas Goldberger von 2000 (225 m) gingen bisher 15 Planica-Skifliegen an ÖSV-Adler - elf davon im Einzel. Den Schanzenrekord hält seit 2019 der Japaner Ryoyu Kobayashi mit 252,0 m. Krafts Weltrekord von Vikersund 2017 steht bei 253,5 m.


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